Ihr Unternehmen verbraucht genauso viel Strom wie andere, bezahlt aber mehr dafür? Dafür kann es triftige Gründe geben. Zum Beispiel, dass Ihr Stromverbrauch im Tages- und Wochenverlauf stark schwankt. Wenn Sie so „Leistungsspitzen“ verursachen, belasten Sie das Stromnetz, was über höhere Kosten berücksichtigt wird.

Mit der zunehmenden Digitalisierung des Energiesystems und dem verpflichtenden Rollout von Smart-Meter-Systemen seit 2025 ist es heute deutlich einfacher, den eigenen Stromverbrauch im Detail zu analysieren und zu steuern. Wenn Sie diese Systeme sinnvoll einsetzen, können Sie Schwankungen und deren Verursacher identifizieren und Ihre Energiekosten durch ein betriebliches Spitzenlastmanagement nachhaltig senken.

Was versteht man unter einer Lastspitze?

Eine Lastspitze ist eine kurz auftretende, hohe Leistungsnachfrage im Stromnetz. Sie entsteht zum Beispiel, wenn mehrere Geräte oder Maschinen in Ihrem Betrieb zeitgleich anlaufen.

Diese Spitzen verteuern Ihren Stromtarif, unabhängig davon, wie lange sie dauern. In vielen Fällen wird die maximale Leistungsabnahme innerhalb eines kurzen Zeitintervalls (z. B. 15 Minuten) als Grundlage für Teile der Stromkosten herangezogen.

Was ist ein betriebliches Spitzenlastmanagement?

Die aktive Steuerung des Stromverbrauchs über bestimmte Zeiträume hinweg, etwa im Tages- oder Wochenverlauf, bezeichnet man als betriebliches Lastmanagement. Es hat zum Ziel, die Bereitstellungskosten für Strom zu reduzieren und den Verbrauch besser an die Netz- und Preissituation anzupassen.

Die Einführung einer solchen Steuerung erfolgt in zwei Schritten:

  • Analyse: Nutzen Sie die Verbrauchsdaten aus Ihrem Smart Meter oder Energiemanagementsystem, um den Stromverbrauch Ihres Unternehmens im Zeitverlauf zu verstehen.
  • Optimierung: Leiten Sie daraus Maßnahmen ab, um Lastspitzen zu begrenzen und einen möglichst gleichmäßigen Stromverbrauch sicherzustellen.

Durch eine Reduzierung der Maximalleistung können Sie für Ihr Unternehmen erhebliche Kosteneinsparungen erreichen.

Dies gewinnt weiter an Bedeutung: Durch Smart Meter und neue Tarifmodelle wird der Stromverbrauch zunehmend transparent und teilweise zeit- oder leistungsabhängig bepreist. Sie sollten sich daher darauf einstellen, dass die Stromkosten künftig noch stärker an Ihre maximale Leistungsabnahme und Ihr Verbrauchsverhalten gekoppelt werden.

So kann ein betriebliches Lastmanagement Verbrauchsspitzen begrenzen

Sie können die Energiekosten Ihres Unternehmens mit Hilfe eines betrieblichen Spitzenlastmanagements auf zwei Wegen reduzieren:

  • durch technische Steuerung
  • durch organisatorische Anpassungen im Betrieb

Alternative 1: Begrenzen Sie Leistungsspitzen durch ein automatisches Lastkontrollsystem

Ein automatisches Lastmanagement- oder Lastabwurfsystem begrenzt die abgenommene Leistung auf einen vorgegebenen Grenzwert. Das System schaltet bei steigender Nachfrage definierte Verbraucher kurzfristig ab oder reduziert ihre Leistung, so dass teure Leistungsspitzen vermieden werden.

Ihr Betriebsablauf wird dadurch kaum beeinträchtigt:
Abgeschaltet werden nur Geräte, die ihre Energie problemlos später beziehen können.

Welche Verbrauchsquellen wie häufig, in welcher Reihenfolge und für wie lange gesteuert werden, sollte im Vorfeld analysiert werden – gegebenenfalls mit Unterstützung eines Energieberaters. Voraussetzung ist, dass Ihr Unternehmen über steuerbare Verbraucher verfügt.

Typische flexible Anlagen sind Klimaanlagen und Belüftungssysteme, Kühlaggregate, Heizgeräte, Pumpen, Druckluftanlagen mit Speicher und Elektroöfen oder thermische Prozesse.

Ergänzend kommen heute zunehmend auch Speicherlösungen (z. B. Batteriespeicher) zum Einsatz, die kurzzeitig Lastspitzen abdecken können, ohne dass Prozesse unterbrochen werden.

Alternative 2: Vermeiden Sie Spitzenlasten durch zeitliche Verlagerung von Prozessen

Oft können Sie bereits durch kleine Änderungen im Organisationsablauf die Spitzenlast deutlich reduzieren.

Werden beispielsweise morgens mehrere Maschinen gleichzeitig hochgefahren, kommt es häufig zu Lastspitzen. Viele Geräte verbrauchen insbesondere beim Einschalten kurzfristig besonders viel Strom.

Schalten Sie daher große Verbraucher zeitversetzt ein, um Energiekosten zu sparen.

Weitere Möglichkeiten:

  • Abstimmung von Anlagen, sodass bestimmte Maschinen nicht gleichzeitig betrieben werden
  • Verlagerung energieintensiver Prozesse in Zeiten geringerer Netzlast oder niedrigerer Strompreise
  • Nutzung dynamischer Stromtarife zur gezielten Verschiebung von Lasten

Gerade für kleinere Unternehmen ist dieser Ansatz attraktiv, da er meist ohne größere Investitionen umgesetzt werden kann.