Klimaschutz beginnt auch auf dem Teller: Rund 20 Prozent der Treibhausgasemissionen hängen mit unserer Ernährung zusammen. Doch das bedeutet nicht, dass wir alle auf Fleisch verzichten müssen. Bereits kleine Veränderungen im Speiseplan können einen spürbaren Unterschied machen.
Ein guter Einstieg ist beispielsweise ein wöchentliches klimafreundliches Mittagsangebot in Ihrer Kantine. Durch den gezielten Einsatz von saisonalen, regionalen und häufiger pflanzenbasierten Zutaten lassen sich Gerichte deutlich klimafreundlicher gestalten – ohne auf Genuss zu verzichten.
Unterstützung bietet dabei das etablierte Konzept des „Klimatellers“. Mithilfe digitaler Tools können Kantinen die CO₂-Bilanz ihrer Gerichte berechnen, optimieren und besonders klimafreundliche Speisen mit einem leicht verständlichen Label kennzeichnen. So wird Nachhaltigkeit für alle sichtbar und nachvollziehbar.
Jeder Teller zählt
Ein als „Klimateller“ ausgewiesenes Gericht verursacht im Durchschnitt rund 50 Prozent weniger CO₂-Emissionen als ein vergleichbares Standardgericht. Das entspricht häufig einer Einsparung von bis zu etwa 1 kg CO₂ pro Portion – ein Wert, der sich bei vielen ausgegebenen Mahlzeiten schnell summiert.
Neben der direkten Emissionsreduktion bietet eine klimafreundliche Kantine einen weiteren entscheidenden Vorteil: Sie trägt zur Sensibilisierung der Mitarbeitenden bei und stärkt das Bewusstsein für nachhaltige Ernährung im Alltag.
Weitere Informationen: www.klimateller.de
Mehr als nur Zutaten: ganzheitlich denken
Eine klimafreundliche Kantine geht über die Auswahl einzelner Lebensmittel hinaus. Entscheidend ist ein ganzheitlicher Ansatz, der alle Bereiche der Gemeinschaftsverpflegung einbezieht:
- Reduzierung von Lebensmittelverschwendung durch angepasste Portionsgrößen und intelligente Planung
- Einsatz regionaler und saisonaler Produkte, um Transportemissionen zu minimieren
- Steigerung des pflanzenbasierten Angebots bei gleichzeitig attraktivem und abwechslungsreichem Speiseplan
- nachhaltige Beschaffung sowie, wo möglich, ein höherer Anteil an Bio-Produkten
- Vermeidung von Verpackungsmüll und Förderung von Mehrwegkonzepten
Gerade die Reduzierung von Lebensmittelabfällen spielt eine zentrale Rolle, da in der Außer-Haus-Verpflegung ein erheblicher Anteil vermeidbarer Emissionen entsteht.
Wirtschaftlich sinnvoll und zukunftsfähig
Klimafreundliche Kantinen sind nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich attraktiv:
- geringerer Einsatz kostenintensiver tierischer Produkte
- bessere Planbarkeit durch saisonale Verfügbarkeit
- positive Wirkung auf Image und Arbeitgeberattraktivität
Unternehmen und Einrichtungen positionieren sich so sichtbar als nachhaltig handelnde Organisationen.
Erfolgreiche Umsetzung in der Praxis
Damit die Umstellung gelingt, kommt es auf eine schrittweise und praxisnahe Umsetzung an. Bewährt haben sich zum Beispiel:
- Einführung eines regelmäßigen Klimamenüs oder Veggie-Tags
- Schulung des Küchenpersonals im nachhaltigen Kochen
- transparente Kommunikation der CO₂-Werte oder Kennzeichnung klimafreundlicher Gerichte
- aktive Einbindung der Gäste, um Akzeptanz und Nachfrage zu fördern
Denn eine klimafreundliche Kantine funktioniert dann besonders gut, wenn Angebot und Nachfrage zusammenpassen.